Waagschalen mit Haus und Geld
Foto: © Google Gemini

Wie teuer ist es, eine Immobilie schätzen zu lassen?

Die Kosten für die Schätzung einer Immobilie hängen stark davon ab, welche Art der Bewertung Sie benötigen. Einfache Online-Bewertungen und Maklereinschätzungen sind häufig kostenlos. Ein rechtssicheres Verkehrswertgutachten durch einen qualifizierten Sachverständigen kann hingegen mehrere tausend Euro kosten. Welche Option für Ihre Situation die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wofür Sie die Bewertung benötigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Kosten bei den verschiedenen Bewertungsformen entstehen, wer diese trägt und wann sich eine professionelle Begutachtung wirklich lohnt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzgutachten kosten einige hundert Euro: Makler oder Sachverständige erstellen komprimierte Bewertungen für rund 100 bis 1.000 €. Diese sind methodisch fundierter als Online-Tools, gelten vor Gericht aber meist nicht als vollwertiger Beweis.

  • Verkehrswertgutachten sind die teuerste, aber rechtssicherste Option: Die Kosten liegen typischerweise zwischen 0,5 und 1,5 % des Immobilienwerts, also bei einer 300.000 €-Immobilie rund 1.500 bis 4.500 €, zuzüglich Nebenkosten.

  • Wer zahlt, richtet sich nach dem Auftrag: Grundsätzlich trägt die Kosten, wer den Gutachter beauftragt. Im Erbfall übernimmt der Erbe die Bewertungskosten, die jedoch als Nachlassverbindlichkeit abgezogen werden können.

  • Steuerliche Absetzbarkeit ist nutzungsabhängig: Bei selbstgenutzten Immobilien sind Gutachterkosten in der Regel nicht absetzbar. Bei vermieteten Objekten gelten sie oft als Werbungskosten. Im Erbfall können sie die steuerliche Bemessungsgrundlage senken.

  • Die Bewertungsform sollte zum Anlass passen: Für den normalen Privatverkauf reicht häufig eine kostenlose Einschätzung. Bei Erbauseinandersetzungen, Scheidungen oder Steuerverfahren ist ein professionelles Verkehrswertgutachten meist unumgänglich.

Welche Faktoren beeinflussen die generellen Kosten der Immobilienbewertung?

Die Kosten einer Immobilienbewertung werden von mehreren Faktoren bestimmt, die eng miteinander verflochten sind.

An erster Stelle steht die Art der Bewertung: Geht es um eine schnelle Online-Schätzung, eine maklergestützte Marktpreiseinschätzung, ein Kurzgutachten oder ein vollwertiges Verkehrswertgutachten? Je höher der geforderte Detaillierungsgrad und die rechtliche Verbindlichkeit, desto höher fällt in der Regel das Honorar aus.

Daneben spielen Wert, Art und Komplexität der Immobilie eine zentrale Rolle. Ein standardisiertes Einfamilienhaus lässt sich effizienter bewerten als ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus oder eine Gewerbeimmobilie. Komplexe Objekte erfordern häufig mehrere Wertermittlungsverfahren sowie eine aufwendigere Prüfung von Rechten und Lasten im Grundbuch. Das schlägt sich direkt im Honorar nieder.

Die Qualifikation des Gutachters

Auch die Qualifikation des Bewerters beeinflusst die Kosten. Für gerichtsfeste Verkehrswertgutachten werden in der Praxis überwiegend öffentlich bestellte und vereidigte oder zertifizierte Sachverständige beauftragt. Deren Leistungen unterliegen hohen Qualitätsanforderungen und einer entsprechenden Haftung, was sich in höheren Stundensätzen niederschlägt. Übliche Stundensätze liegen laut der BVS-Honorarrichtlinie 2024 zwischen 150 und 250 €, in Ausnahmefällen bis zu 350 € zuzüglich Umsatzsteuer.

Freie Gutachter ohne öffentliche Bestellung sind in der Regel günstiger. Für private Zwecke wie die Preisfindung beim Verkauf kann das ausreichend sein. Sobald jedoch Pflichtteilsansprüche, Steuerstreitigkeiten oder gerichtliche Verfahren im Raum stehen, verlangen Gerichte und Finanzbehörden in der Regel einen öffentlich bestellten oder zertifizierten Sachverständigen.

Regionale Unterschiede und Nebenkosten

Hinzu kommen regionale Marktunterschiede: In Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet sind Honorare tendenziell höher als in ländlichen Regionen. Außerdem treten zu den Basishonoraren regelmäßig Nebenkosten hinzu, etwa Fahrtkosten (0,50 bis 0,95 € pro Kilometer), Pauschalen für Ortstermine (rund 200 € netto), Schreibgebühren sowie Auslagen für behördliche Unterlagen wie Flurkarten (15 bis 60 €) oder Baulastenauskünfte (bis zu 50 €).

Kostenlose Vor-Ort-Bewertung durch einen Makler

Neben digitalen Tools spielen kostenfreie Vor-Ort-Bewertungen durch Immobilienmakler eine wichtige Rolle. Viele Maklerbüros bieten Eigentümern eine kostenfreie und unverbindliche Marktpreiseinschätzung an, die eine Besichtigung vor Ort und die Berücksichtigung lokaler Marktkenntnisse einschließt.

Auch die Volkmar Hoffmann Immobilien GmbH bietet Eigentümern eine kostenlose, fundierte Immobilienbewertung an. Mit über 40 Jahren Erfahrung im Rhein-Main-Gebiet und mehr als 3.000 erfolgreich vermittelten Immobilien fließt umfassendes Marktwissen in jede Einschätzung ein. Für den Verkauf eines Objekts kann eine solche maklergestützte Bewertung eine sehr praktikable Lösung sein: Sie berücksichtigt Zustand, Ausstattung und Lagequalität direkt vor Ort und liefert konkrete Empfehlungen zur Vermarktungsstrategie. Rechtlich bleibt sie jedoch eine interne Entscheidungsgrundlage ohne Bindungswirkung gegenüber Gerichten oder Behörden.

In diesen Situationen reicht eine kostenlose Bewertung aus

In vielen Alltagssituationen ist eine kostenlose Wertermittlung vollkommen ausreichend, weil es primär um Orientierung geht und nicht um die Durchsetzung von Ansprüchen:

  • Sie überlegen, ob sich eine Sanierung, ein Anbau oder ein Verkauf wirtschaftlich lohnt.

  • Sie möchten als Käufer prüfen, ob der Angebotspreis einer Immobilie regional angemessen ist.

  • Sie bereiten eine interne Familienabsprache zur vorweggenommenen Erbfolge vor.

  • Sie erstellen eine unverbindliche Vermögensübersicht ohne unmittelbare steuerliche Konsequenzen.

  • Sie möchten im Erbfall zunächst einschätzen, ob eine Erbschaft möglicherweise überschuldet ist.

In all diesen Fällen steht die Plausibilisierung von Größenordnungen im Vordergrund, nicht die rechtssichere Feststellung eines Verkehrswerts.

Grenzen kostenloser Bewertungen

Die Grenzen kostenloser Bewertungen zeigen sich dort, wo rechtliche Verbindlichkeit und formale Anforderungen von Gerichten oder Finanzbehörden ins Spiel kommen. Online-Tools sind ausschließlich auf die eingegebenen Daten angewiesen. Unvollständige Angaben oder individuelle Besonderheiten führen zu verzerrten Ergebnissen. Maklerbewertungen können außerdem Interessenkonflikten unterliegen, da das Honorar des Maklers vom späteren Verkaufspreis abhängt.

Spätestens bei steuerlichen, familienrechtlichen oder erbrechtlichen Fragestellungen reicht eine kostenlose Bewertung nicht mehr aus. Erbschaft- und Schenkungsteuer, Pflichtteilsstreitigkeiten, Scheidungen oder der Nachweis des gemeinen Wertes gegenüber dem Finanzamt erfordern in der Regel ein vollständiges Verkehrswertgutachten.

Welche Gebühren fallen für ein kompaktes Kurzgutachten durch einen Makler an?

Kurzgutachten nehmen eine Zwischenstellung ein: Sie sind deutlich ausführlicher als reine Online-Schätzungen, bleiben aber in Umfang und Detailtiefe hinter einem vollwertigen Verkehrswertgutachten zurück. Maklerseitige Kurzgutachten konzentrieren sich auf die praktische Frage, zu welchem Preis eine Immobilie voraussichtlich innerhalb eines realistischen Zeitraums verkauft werden kann.

Für solche Kurzgutachten gibt es zwei typische Preisvarianten. Häufig sind sie faktisch kostenlos, wenn der Eigentümer dem Makler ein Verkaufsmandat erteilt oder konkret in Aussicht stellt. Die Bewertung gilt dann als akquisitorische Vorleistung, die über die spätere Provision honoriert wird. Wird hingegen ein unabhängiges Kurzgutachten ohne Verkaufsauftrag gewünscht, erheben viele Maklerbüros pauschale Gebühren. Der typische Preisrahmen liegt bei etwa 250 bis 700 €, teilweise bis zu 1.000 €, abhängig von Objektgröße, Lage und erforderlichem Aufwand.

Was ein Kurzgutachten durch einen Makler enthält

Der Leistungsumfang eines maklerseitigen Kurzgutachtens umfasst in der Regel:

  • Innen- und Außenbesichtigung der Immobilie

  • Grobe Prüfung verfügbarer Unterlagen wie Grundrisse und Flächenangaben

  • Marktanalyse anhand jüngster Verkaufsfälle und aktueller Angebote in der Lage

  • Kurze schriftliche Zusammenfassung mit empfohlenem Preisspektrum sowie wertsteigernden und wertmindernden Faktoren

Wichtig zu wissen: Solche Kurzgutachten eignen sich in erster Linie für interne Zwecke wie die Festlegung des Angebotspreises. Gerichte oder Finanzbehörden erkennen sie mangels normgerechter Herleitung in der Regel nicht als vollwertigen Beweis an.

Kurzgutachten durch einen Sachverständigen

Neben Makler-Kurzgutachten bieten auch Immobiliensachverständige vereinfachte Wertgutachten an. Diese konzentrieren sich auf ein dominierendes Wertermittlungsverfahren, häufig das Vergleichswertverfahren bei Standardwohnimmobilien, und beinhalten eine Besichtigung sowie eine komprimierte schriftliche Begründung des ermittelten Werts. Die Kosten liegen typischerweise zwischen 100 und 500 €, bei Standardobjekten eher ab 500 €. Sie bieten eine höhere fachliche Tiefe und Neutralität als maklerseitige Bewertungen, ohne den finanziellen Aufwand eines vollständigen Verkehrswertgutachtens zu verursachen.

Allerdings hat etwa das OLG Frankfurt Kurzgutachten als methodisch unvollständig bewertet und deren Eignung als gerichtliche Entscheidungsgrundlage verneint. Kurzgutachten durch Sachverständige eignen sich daher vor allem für eindeutige Verkaufs- oder Kaufentscheidungen und außergerichtliche Einigungen, nicht aber für streitige Prozesssituationen.

Übersicht: Bewertungsformen im Vergleich

BewertungsformTypische KostenDetailgradRechtliche VerbindlichkeitEinsatzfeld
Online-Immobilienbewertung0 €Grobe PreisspanneKeineErste Orientierung
Kostenlose Maklerbewertung (mit Verkaufsabsicht)0 € direkt; indirekt über ProvisionMittel, Marktkenntnis berücksichtigtKeinePreisfindung beim Verkauf
Makler-Kurzgutachten ohne Mandatca. 250–1.000 €Kompakte MarktwertanalyseEingeschränktVerkauf/Ankauf ohne Streit
Kurzgutachten Sachverständigerca. 100–500 €, ab 500 € bei StandardobjektenMethodisch fundiert, aber verkürztEingeschränktAußergerichtliche Einigungen
Verkehrswertgutachtenca. 0,5–1,5 % des VerkehrswertsHohe DetailtiefeGerichtsfestErbschaft, Scheidung, Steuer

Wie teuer ist ein rechtssicheres Verkehrswertgutachten für Ihre Immobilie?

Das rechtssichere Verkehrswertgutachten ist die umfassendste Form der Immobilienbewertung. Es ermittelt den Verkehrswert einer Immobilie zu einem bestimmten Stichtag nach den Vorgaben von § 194 BauGB und der Immobilienwertermittlungsverordnung. Es ist überall dort erforderlich oder dringend angeraten, wo der Wert gegenüber Gerichten, Finanzämtern oder anderen Behörden verbindlich nachgewiesen werden muss. Typische Anlässe sind streitige Erbauseinandersetzungen, Pflichtteilsprozesse, Scheidungen, Zwangsversteigerungsverfahren sowie steuerliche Bewertungen im Rahmen der Erbschaft- und Schenkungsteuer.

Preisrahmen und Honorarmodelle

Verschiedene seriöse Quellen geben für Verkehrswertgutachten einen konsistenten Kostenrahmen an. Üblich sind Honorare von etwa 0,5 bis 1,5 % des Verkehrswerts.

ImmobilienwertKosten bei 0,5 %Kosten bei 1,5 %
150.000 €ca. 750 €ca. 2.250 €
300.000 €ca. 1.500 €ca. 4.500 €
500.000 €ca. 2.500 €ca. 7.500 €

Viele Sachverständige orientieren sich zusätzlich an Honorarrichtlinien von Verbänden wie dem Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS). Die BVS-Honorarrichtlinie 2024 sieht für bebaute Grundstücke und Wohnungseigentum Basishonorare vor, die sich stufenweise nach dem Verkehrswert staffeln: rund 2.300 € bei 150.000 € Wert, rund 2.400 € bei 200.000 € und rund 2.600 € bei 300.000 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und Nebenkosten. Andere Büros arbeiten mit leicht abweichenden Tabellen. Für eine 300.000 €-Immobilie sind beispielsweise auch 1.900 € netto als Basishonorar am Markt zu finden.

Auch der Gutachterausschuss für Immobilienwerte der Stadt Wiesbaden erhebt für Verkehrswertgutachten bebauter Grundstücke gestaffelte Gebühren: Bei einem Verkehrswert unter 300.000 € fallen beispielsweise 2.100 € an, bei einem Wert unter 500.000 € sind es 2.600 €, jeweils zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer. Diese behördlichen Gebühren geben eine gute Orientierung für den regionalen Markt.

In der Praxis bewegt sich der typische Preisrahmen für ein Verkehrswertgutachten einer Standard-Wohnimmobilie damit bei etwa 2.000 bis 4.500 € brutto. Bei sehr hochwertigen oder komplexen Objekten, etwa Villen oder denkmalgeschützten Gebäuden, können die Kosten deutlich höher liegen.

(Quelle: www.bvs-ev.de; Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Wiesbaden, Immobilienmarktbericht 2025)

Nebenkosten beim Verkehrswertgutachten

Zum Basishonorar treten regelmäßig Nebenkosten hinzu. Seriöse Sachverständige weisen diese Positionen transparent im Angebot aus. Typische Nebenkosten sind:

  • Fahrtkosten zum Objekt (0,50 bis 0,95 € pro Kilometer)

  • Ortsterminkostenpauschale (rund 200 € netto)

  • Beschaffung von Flurkarten (15 bis 60 €)

  • Baulastenauskunft und Altlastenkataster (bis zu 50 €)

  • Kosten für weitere Gutachtenexemplare und Druckkosten

In Summe können Nebenkosten je nach Objekt und Umfang einige hundert Euro ausmachen. Es empfiehlt sich, im Vorfeld zu klären, welche Unterlagen Sie selbst besorgen können, um Kosten zu sparen.

Bankgutachten: Was Käufer wissen sollten

Im Rahmen der Immobilienfinanzierung lassen Banken Objekte bewerten, um den Beleihungswert zu bestimmen. Dieser liegt typischerweise 10 bis 15 % unter dem Marktwert. Wichtig zu wissen: Banken dürfen die Kosten einer solchen Wertermittlung nicht auf den Kunden abwälzen, wenn die Bewertung im eigenen Interesse der Bank erfolgt. Gerichtliche Entscheidungen haben klargestellt, dass Gebührenpositionen wie „Wertermittlungsgebühr“ gegenüber Verbrauchern unzulässig sind. Als Käufer müssen Sie die Bankbewertung daher grundsätzlich nicht gesondert bezahlen.

Wer trägt die Kosten für den Gutachter bei einem Hausverkauf oder im Erbfall?

Grundsätzlich gilt: Wer den Gutachter beauftragt, zahlt. Diese Regel wird jedoch in bestimmten rechtlichen Konstellationen modifiziert.

Beim Hausverkauf

Beim Hausverkauf bieten viele Makler Eigentümern eine kostenlose Bewertung an, sofern eine Verkaufsabsicht besteht. Die Bewertungskosten sind dabei faktisch in die spätere Maklerprovision eingepreist. Seit dem Gesetz zur Verteilung der Maklerkosten von 2020 ist bei Wohnungen und Einfamilienhäusern geregelt, dass die Partei, die den Makler beauftragt hat, mindestens die Hälfte der Provision trägt. Die üblichen Gesamtprovisionssätze liegen je nach Bundesland zwischen rund 3 und 7,14 % des Kaufpreises einschließlich Mehrwertsteuer.

Beauftragt der Verkäufer zusätzlich einen unabhängigen Sachverständigen, verbleiben diese Kosten vollständig bei ihm, sofern keine gesonderten Vereinbarungen mit dem Käufer getroffen werden. Eine Kostenteilung bleibt eine individuelle Verhandlungssache.

Im Erbfall und bei Pflichtteilsansprüchen

Im Erbfall ist die Lage komplexer. Nach § 2314 BGB hat der Erbe gegenüber Pflichtteilsberechtigten Auskunft über den Nachlass zu erteilen und auf Verlangen den Wert von Immobilien ermitteln zu lassen. Der Erbe muss den Gutachter beauftragen und zunächst auch bezahlen. Diese Kosten gelten jedoch als Nachlassverbindlichkeiten und können vom Nachlasswert abgezogen werden. Das mindert zugleich die Bemessungsgrundlage für den Pflichtteil. (Quelle: § 2314 BGB)

Verweigert ein Erbe berechtigte Pflichtteilsansprüche und macht dadurch ein gerichtliches Gutachten erforderlich, kann er letztlich die gesamten Prozesskosten einschließlich Gutachterkosten tragen müssen. Eine frühzeitige Einigung auf eine gemeinsame, sachverständige Bewertung liegt daher im Interesse aller Beteiligten.

Bei Scheidungen

Können sich die Ehegatten nicht auf einen Immobilienwert einigen, besteht die Möglichkeit, dass jeder einen eigenen Gutachter beauftragt und bezahlt. Empfehlenswert ist häufig die Beauftragung eines gemeinsamen Sachverständigen, dessen Kosten beide Seiten teilen. Kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, verteilt das Familiengericht die Gutachterkosten im Rahmen der Kostenentscheidung auf die Parteien.

Können Sie die Ausgaben für die Schätzung der Immobilie steuerlich absetzen?

Die steuerliche Behandlung von Gutachterkosten hängt davon ab, zu welchem Zweck die Bewertung erfolgt und wie die Immobilie genutzt wird.

Selbstgenutzte Immobilien

Für Eigentümer, die ihre Immobilie ausschließlich selbst bewohnen, sind Gutachterkosten in der Regel steuerlich nicht absetzbar. Weder als Werbungskosten noch als außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden solche Aufwendungen vom Finanzamt anerkannt. Die Kosten müssen aus versteuertem Einkommen getragen werden.

Vermietete Immobilien

Bei vermieteten Immobilien gilt: Alle Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Erzielung von Mieteinkünften stehen, sind als Werbungskosten absetzbar. Dazu zählen ausdrücklich auch Gutachterkosten, sofern sie im Zusammenhang mit der Vermietung anfallen, etwa bei Mietstreitigkeiten, Modernisierungsmaßnahmen oder Baumängelklärungen.

Auch der Grundsatz der vorweggenommenen Werbungskosten ist relevant: Gutachterkosten, die bereits vor Beginn der eigentlichen Vermietung anfallen, können steuerlich abgesetzt werden, sofern eine ernsthafte Vermietungsabsicht besteht und der wirtschaftliche Zusammenhang mit künftigen Mieteinkünften ausreichend dokumentiert ist.

Erbschaft- und Schenkungsteuer

Im Kontext der Erbschaft- und Schenkungsteuer kommt Gutachtenkosten eine besondere Bedeutung zu. Das Finanzamt bewertet Immobilien nach standardisierten Verfahren. Seit gesetzlichen Änderungen im Jahr 2023 führt dies in vielen Fällen zu höheren Steuerwerten als zuvor. Steuerpflichtige können jedoch durch Vorlage eines qualifizierten Verkehrswertgutachtens einen niedrigeren tatsächlichen Verkehrswert nachweisen (§ 198 BewG).

Die Kosten eines solchen Gutachtens können in vielen Fällen vom zu versteuernden Erwerb abgezogen werden. Die Investition in ein Gutachten kann damit doppelt vorteilhaft sein: durch eine niedrigere steuerliche Bewertung der Immobilie und durch die Abzugsfähigkeit der Gutachterkosten selbst.

Da die konkrete Abzugsfähigkeit von vielen Faktoren abhängt, ist im Einzelfall eine qualifizierte steuerliche Beratung sinnvoll, um sicherzustellen, dass die Kosten korrekt eingeordnet werden.

Fazit: Eine fundierte Bewertung ist die Basis jeder guten Entscheidung

Die Kosten für eine Immobilienbewertung hängen vor allem vom Verwendungszweck ab. Für den privaten Verkauf einer Standardimmobilie ist eine maklergestützte Marktpreiseinschätzung in den meisten Fällen die beste Wahl. Sie ist für Eigentümer mit Verkaufsabsicht kostenlos, berücksichtigt lokale Marktbedingungen und bewertet Zustand, Ausstattung und Lage direkt vor Ort.

Sobald rechtliche oder steuerliche Interessen auf dem Spiel stehen, etwa bei Erbauseinandersetzungen, Scheidungen oder steuerlichen Bewertungsverfahren, führt kein Weg an einem gerichtsfesten Verkehrswertgutachten vorbei. Die höheren Kosten rechnen sich in solchen Situationen fast immer. Wer frühzeitig die richtige Bewertungsform wählt, spart Zeit, Geld und unnötige Konflikte.

Möchten Sie wissen, wie viel Ihre Immobilie aktuell wert ist? Volkmar Hoffmann Immobilien GmbH bietet Ihnen eine kostenfreie und unverbindliche Immobilienbewertung an. Mit über 40 Jahren Erfahrung im Rhein-Main-Gebiet erhalten Sie eine fundierte Einschätzung, die auf echter lokaler Marktkenntnis basiert.

Jetzt kostenfreie Immobilienbewertung anfordern

Oder entdecken Sie unsere aktuellen Immobilienangebote für Wohnungen und Häuser in Wiesbaden und dem Rhein-Main-Gebiet:

Zu den aktuellen Immobilienangeboten

FAQ

Weitere Beiträge

Engagement für die Region: Unterstützung für die Wiesbadener Apfelweinkönigin und den Streuobstkreis Wiesbaden

Als Immobilienmakler mit Sitz in Wiesbaden verstehen wir uns nicht…

Weiterlesen
Immobilien-Kaufvertrag mit Füller, Stempel und Taschenrechner auf einem Holztisch

Was bekommt das Finanzamt, wenn ich mein Haus verkaufe?

Nicht jeder Hausverkauf löst Steuern aus. Ob das Finanzamt beim…

Weiterlesen
Mehrfamilienhaus mit bepflanzten Balkonen in einer Wohnstraße in Wiesbaden

Wie hoch darf die Miete in Wiesbaden sein: Ein Überblick

Die Frage nach der zulässigen Miethöhe in Wiesbaden lässt sich…

Weiterlesen
Grundriss, Taschenrechner und Notizbuch mit Notizen zur Mietkalkulation auf einem Schreibtisch

Quadratmeterpreis bei Miete in Wiesbaden: Alle Kosten im Überblick

Der Wiesbadener Mietmarkt gehört zu den teuersten in Hessen. Wer…

Weiterlesen
Sonnige, baumgesäumte Altbaustraße mit gründerzeitlichen Stadthäusern

Wie hoch ist der Kaufpreisfaktor in Wiesbaden aktuell?

Wiesbaden gehört zu den gefragtesten Wohnstandorten im Rhein-Main-Gebiet. Als Landeshauptstadt…

Weiterlesen
Wohnung zum Verkauf durch Eigentümer, helles Wohnzimmer mit Holzparkett und großen Fenstern

Wohnung verkaufen ohne Makler: Checkliste für Wiesbaden

Der Verkauf einer Eigentumswohnung ohne Makler ist in Wiesbaden grundsätzlich…

Weiterlesen
Erbbaurechtsvertrag und notarielle Urkunde auf einem Holzschreibtisch

Wohnung verkaufen mit Erbpacht in Wiesbaden: Ihr Leitfaden

Der Verkauf einer Wohnung mit Erbpacht in Wiesbaden ist kein…

Weiterlesen
Schimmelbefall an einer Zimmerecke neben einem Fenster, im Vordergrund Sachverständigengutachten, Feuchtigkeitsmessgerät und Immobilienverkaufsunterlagen.

Wohnung verkaufen mit Schimmel in Wiesbaden: Ihre Optionen

Schimmel in der Wohnung ist kein Verkaufshindernis, aber ein rechtliches…

Weiterlesen
Silhouette einer Person in einem Hauseingang, davor ein „Zu verkaufen“-Schild

Welche Risiken birgt der Verkauf einer Immobilie ohne Makler?

Der Verkauf einer Immobilie ohne Makler ist in Deutschland rechtlich…

Weiterlesen
Hessengeld-Zuwendungsbescheid auf einem Schreibtisch mit Taschenrechner, Stift und Holzhaus-Modell

Hessengeld: Alle Infos zur Förderung für Ihre Immobilie

Das Hessengeld ist ein staatlicher Zuschuss des Landes Hessen, der…

Weiterlesen
Frau arbeitet im Büro mit Dokumenten.

Immobilie verkaufen: Welche Steuer in Wiesbaden anfällt

Wer eine Immobilie in Wiesbaden verkauft, stellt sich früh eine…

Weiterlesen
Haus mit blühendem Garten und „Verkauft“-Schild

Wohnung mit Hypothek verkaufen in Wiesbaden: Ihr Ratgeber

Eine Wohnung trotz laufender Hypothek zu verkaufen, ist in Wiesbaden…

Weiterlesen
Frühstückstisch auf einem sonnigen Balkon.

Balkonsanierung durch Gemeinschaft der Eigentümer

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich mit einer zentralen Frage des…

Weiterlesen