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Jan Schleicher

Geschäftsführer

Luftaufnahme eines Wohnviertels mit Häusern
Foto: © Franz Bachinger, Pixabay

Immer weniger Menschen leben im Eigenheim

Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das Schlusslicht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Besonders Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen haben zunehmend Schwierigkeiten, ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung zu finanzieren. Selbst für Doppelverdiener mit durchschnittlichem Einkommen sei der Immobilienkauf vielerorts kaum noch möglich, so das Pestel-Institut.

Die Wissenschaftler sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf bei der staatlichen Wohneigentumsförderung. Vorgeschlagen wird ein „Wohneigentumsplan des Bundes“, der den Rückgang der Eigentumsquote stoppen und langfristig eine Quote von 50 Prozent und mehr erreichen soll. Jährlich sollen mindestens 200.000 Haushalte erstmals in selbst genutztes Wohneigentum kommen. Dabei müsse es nicht ausschließlich um Neubauten gehen: Auch der Kauf bestehender Eigentumswohnungen und Eigenheime könne zur Steigerung der Eigentumsquote beitragen.

Für Kaufinteressenten ist vor allem die Frage der Finanzierung entscheidend. Nach Einschätzung des Pestel-Instituts fehlt es an ausreichender staatlicher Unterstützung, während gleichzeitig hohe Immobilienpreise, Finanzierungskosten und die notwendigen Eigenmittel die Kaufhürden erhöhen. Das frühere Baukindergeld wird als besonders wirksames Förderinstrument hervorgehoben.

Auch bei den Kaufnebenkosten sehen die Studienautoren Spielraum für Entlastungen. Insbesondere eine Senkung der Grunderwerbsteuer könnte Ersterwerbern helfen. Sie liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Eine niedrigere Steuer würde die benötigten Eigenmittel reduzieren und damit den Zugang zu Wohneigentum erleichtern.

Das Pestel-Institut betont zudem die Bedeutung von Wohneigentum für die Altersvorsorge. Während Mieten im Alter weiter steigen können, steht Eigentümern nach der Finanzierung grundsätzlich eine mietfreie Wohnperspektive zur Verfügung. Wer den Kauf anstrebt, sollte daher möglichst früh mit dem Aufbau von Eigenkapital beginnen.

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