Moderne Mehrfamilienhäuser mit Klinkerfassade, Balkonen und blühenden Blumenkästen an einer gepflasterten Wohnstraße
Foto: © Google Gemini

Wie viel kostet eine Wohnung in Wiesbaden? Aktuelle Preise

Wiesbaden gehört zu den teuereren Wohnstandorten in Deutschland. Die Preise variieren dabei je nach Stadtteil, Objektart und energetischer Qualität erheblich. Wer kaufen oder mieten möchte, sollte die Marktlage gut kennen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Kaufpreise und Mieten in Wiesbaden aktuell realistisch sind, welche Faktoren die Preise beeinflussen, wo Sie noch günstigere Wohnungen finden und welche Nebenkosten auf Sie zukommen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaufpreise für Eigentumswohnungen liegen im Mittel bei rund 4.100 bis 4.400 € pro Quadratmeter: Nach den Preiskorrekturen der Jahre 2022 bis 2024 hat sich der Markt stabilisiert und zeigt seit 2025 leichte Aufwärtstendenzen.

  • Häuser kosten durchschnittlich zwischen 4.500 und 4.750 € pro Quadratmeter: Dieser Wert liegt nach wie vor spürbar über dem Niveau vieler anderer deutscher Städte, aber unter den absoluten Spitzenpreisen Frankfurts.

  • Durchschnittliche Nettokaltmieten liegen bei etwa 12,4 bis 13,6 € pro Quadratmeter: Je nach Datenquelle variieren die Werte zwischen Transaktionsmieten und Angebotsmieten. Die Mietpreise stiegen im Jahresvergleich um rund 4,7 %.

  • Günstigere Wohnungen finden sich vor allem in Biebrich, dem Rheingauviertel und dem Westend: Laut dem offiziellen Immobilienmarktbericht der Stadt Wiesbaden lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen in diesen Stadtteilen 2024 deutlich unter dem Stadtdurchschnitt.

  • Kaufnebenkosten in Wiesbaden betragen rund 10 bis 13 % des Kaufpreises: Darin enthalten sind die hessische Grunderwerbsteuer von 6 %, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine hälftige Maklerprovision.

  • Betriebskosten bei Mietwohnungen liegen bei durchschnittlich 2,75 € pro Quadratmeter und Monat: Dieser Wert liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt von 2,67 € und erhöht die monatliche Warmmiete merklich.

  • Ob Kauf oder Miete sinnvoller ist, hängt von der individuellen Situation ab: Eigenkapital, geplante Wohndauer und Risikobereitschaft sind entscheidend. Kapitalanleger können in Wiesbaden mit Bruttomietrenditen von rund 3 bis
    4 % rechnen.

Wie stuft sich das Preisniveau für Wohnraum in Wiesbaden ein?

Der Wiesbadener Wohnungsmarkt hat nach deutlichen Preisrückgängen zwischen 2022 und 2024 ein neues Gleichgewicht gefunden. Für Eigentumswohnungen weist ImmoScout24 aktuell einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.130 € aus. Das entspricht einem Rückgang von rund 6,3 % gegenüber dem Hochpunkt im zweiten Quartal 2022, als der Quadratmeterpreis noch bei 4.408 € lag. Immoportal.com kommt zum Stichtag 1. Mai 2026 auf einen Durchschnittswert von 4.210 € pro Quadratmeter, mit einer Preisspanne zwischen etwa 3.541 € und 4.879 €. Seit 2025 zeigen beide Datenreihen wieder leichte Aufwärtstendenzen von knapp einem Prozent pro Jahr.

Für Häuser liegt das Preisniveau höher. ImmoScout24 nennt aktuell einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.738 € für Häuser in Wiesbaden, was einem Rückgang von rund 10,5 % gegenüber dem zweiten Quartal 2022 entspricht. (Quelle: www.immoscout24.de, www.immoportal.com)

Was der offizielle Immobilienmarktbericht zeigt

Der offizielle Immobilienmarktbericht der Landeshauptstadt Wiesbaden basiert auf allen notariell beurkundeten Kaufverträgen und liefert damit besonders belastbare Zahlen. Für 2024 weist er bei verkauften Wohnungen Kaufpreise zwischen 1.140 € und 14.990 € pro Quadratmeter aus, mit einem gesamtstädtischen Durchschnitt von rund 4.384 € pro Quadratmeter über alle Eigentumswohnungstypen. In besonders gefragten Lagen und hochwertigen Objekten, etwa bei Penthousewohnungen, lagen die Durchschnittspreise mit rund 6.037 € pro Quadratmeter deutlich darüber. Diese Werte sind deshalb nicht direkt mit den breiter gefassten Portaldaten vergleichbar, die auch einfachere Lagen und Bestandsobjekte einbeziehen.

Für eine typische Eigentumswohnung in Wiesbaden ist daher ein realistischer Korridor von 4.000 € bis 4.500 € pro Quadratmeter anzusetzen. Neubauten und sehr gut gelegene Objekte liegen spürbar darüber. (Quelle: www.wiesbaden.de)

Mietpreise im Überblick

Auch auf dem Mietmarkt bewegt sich Wiesbaden im gehobenen Bereich. ImmoScout24 weist für das erste Quartal 2026 eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 12,43 € pro Quadratmeter aus. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 mit 11,87 € entspricht das einem Anstieg von rund 4,7 %. Im zweiten Quartal 2026 werden 12,46 € pro Quadratmeter ausgewiesen, was zeigt, dass der Aufwärtstrend anhält, sich jedoch etwas verlangsamt. Immoportal.com ermittelt auf Basis von Angebotsmieten einen höheren Durchschnittswert von 13,62 € pro Quadratmeter, mit einer Spanne von
11,56 € in einfachen bis 16,64 € in den besten Lagen. Diese Differenz lässt sich damit erklären, dass Angebotsmieten in stark nachgefragten Segmenten typischerweise über den Bestandsmieten liegen.

(Quellen: immoportal.com, immobilienscout24.de, wiesbaden.de)

Welche Faktoren beeinflussen die Kaufpreise und Mietpreise?

Die Preisentwicklung in Wiesbaden wird von mehreren Faktoren gleichzeitig beeinflusst. Die wichtigsten davon sind:

Zinsniveau und Finanzierungskosten

Der starke Zinsanstieg ab 2022 hat die Kaufpreisentwicklung deutlich gebremst. Bauzinsen für zehnjährige Darlehen stiegen von unter 1 % auf zeitweise über 4 %. Für 2026 wird ein stabiler Zinskorridor von etwa 3,1 % bis 4,5 % erwartet, was Finanzierungen dauerhaft teurer macht als in der Niedrigzinsphase, aber keine erneuten Preisschocks erwarten lässt. Diese Stabilisierung hat dazu beigetragen, dass sich der Wiesbadener Markt wieder in einem planbaren Rahmen bewegt.

Knappes Wohnraumangebot in der Rhein-Main-Region

Wiesbaden ist als Landeshauptstadt und Teil der wirtschaftsstarken Rhein-Main-Region ein dauerhaft gefragter Wohnstandort. Mit rund 299.932 Einwohnern zum 31. Dezember 2024 und einer Kaufkraft von rund 28.208 Euro je Einwohner und Jahr, die damit 7,4 % über dem Bundesdurchschnitt liegt, bleibt die Nachfrage nach Wohnraum strukturell hoch. Gleichzeitig ist die Neubautätigkeit gedämpft. Baukosten für Wohnungsneubau liegen aktuell bei rund 4.000 € pro Quadratmeter reiner Baukosten, zuzüglich Grundstücks- und Energiestandard-Anforderungen. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) weist in seinem Frühjahrsgutachten 2026 ausdrücklich darauf hin, dass die Nachfrage das Angebot in vielen Städten bereits übersteigt und sich diese Lücke weiter vergrößert. Das stützt insbesondere die Mietpreise strukturell.

Energieeffizienz und Gebäudestandard

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt steigende Anforderungen an Neubauten und beeinflusst zunehmend auch Bestandsgebäude. Neue Heizungen müssen künftig zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Bei Verkauf oder Vermietung ist ein Energieausweis verpflichtend. In der Praxis führt das zu einer deutlichen Spreizung zwischen sanierten und unsanierten Objekten. Bundesweite Analysen zeigen, dass Preisnachlässe von bis zu 20 % für Immobilien mit schlechter Energiebilanz keine Ausnahme mehr sind. In Wiesbaden, wo ein großer Teil des Bestands aus Altbauten besteht, ist dieser Effekt besonders spürbar.

(Quelle: gesetze-im-internet.de)

Mikrolage und Stadtteil

Die Lage innerhalb der Stadt ist einer der stärksten Preistreiber überhaupt. In Premiumlagen wie Nordost oder Sonnenberg treffen hochwertige Bausubstanz, repräsentative Villen und sehr gute Lagequalität zusammen. Laut dem offiziellen Immobilienmarktbericht der Stadt Wiesbaden lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Nordost 2024 bei rund 5.470 € pro Quadratmeter, während in Biebrich oder dem Rheingauviertel deutlich niedrigere Preise erzielt wurden. Einen detaillierten Überblick über die teuersten Viertel in Wiesbaden finden Sie in unserem gesonderten Beitrag.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ein verhaltenes Konjunkturumfeld und Einkommensunsicherheit veranlassen manche Kaufinteressenten zum Abwarten, was den Mietmarkt zusätzlich unter Druck setzt. Kapitalanleger orientieren sich zudem bei höheren Zinsen stärker an alternativen Anlageformen, was die Nachfrage nach Buy-to-let-Investments etwas dämpft. Gleichzeitig bleibt die Immobilie in Rhein-Main für viele Haushalte eine zentrale Form der Vermögensbildung.

(Quellen: zia-deutschland.de, immobilienscout24.de)

In welchen Wiesbadener Stadtteilen finden Sie günstige Wohnungen?

Das Preisgefüge in Wiesbaden ist stark ausdifferenziert. Wer gezielt nach günstigeren Wohnungen sucht, sollte bestimmte Stadtteile kennen, in denen die Quadratmeterpreise deutlich unter dem Stadtdurchschnitt liegen.

Biebrich: Rheinlage mit Aufwertungspotenzial

Biebrich, traditionell ein gemischter Stadtteil mit industrieller Vergangenheit, wies laut dem offiziellen Immobilienmarktbericht der Stadt Wiesbaden 2024 einen durchschnittlichen Kaufpreis für Eigentumswohnungen von rund 3.530 € pro Quadratmeter aus. Das liegt spürbar unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt und macht Biebrich zu einer interessanten Einstiegslage. Wer in Biebrich kauft, profitiert von der Rheinlage und von einer fortschreitenden Quartiersentwicklung. Regionale Marktanalysen sehen Biebrich mittelfristig als einen Stadtteil mit Wertsteigerungspotenzial.

Rheingauviertel und Hollerborn: Zentral und noch moderat

Das Rheingauviertel und Hollerborn liegt innenstadtnah und bietet im Vergleich zu Premiumlagen noch moderate Preise. Laut dem offiziellen Immobilienmarktbericht der Stadt Wiesbaden wurden Eigentumswohnungen dort 2024 im Durchschnitt für rund 3.720 € pro Quadratmeter gehandelt. Das Quartier ist deshalb keine klassische Billiglage, bietet aber aufgrund seiner Lage ein gutes Preis-Lage-Verhältnis.

Westend: Günstige Bestandswohnungen mit Sanierungspotenzial

Das Westend ist ein besonderer Fall im Wiesbadener Gefüge. Der offizielle Immobilienmarktbericht der Stadt Wiesbaden weist für Westend/Bleichstraße 2024 einen durchschnittlichen Kaufpreis von rund 3.680 € pro Quadratmeter aus, mit einer Spanne von 2.140 € bis 6.050 €. Diese große Spanne zeigt, dass vor allem unsanierte Bestandsobjekte im Westend noch relativ günstige Einstiegschancen bieten, allerdings häufig mit entsprechendem Investitionsbedarf verbunden sind.

Übersicht: Durchschnittliche Kaufpreise nach Stadtteilen

Die folgenden Werte stammen aus dem offiziellen Immobilienmarktbericht der Landeshauptstadt Wiesbaden und beziehen sich auf das Berichtsjahr 2024.

StadtteilØ Kaufpreis Wohnung (€/m²) 2024
Biebrich3.530 €
Rheingauviertel/Hollerborn3.720 €
Westend/Bleichstraße3.680 €
Mitte4.240 €
Bierstadt4.690 €
Nordost5.470 €

(Quelle: wiesbaden.de)

Bitte beachten Sie, dass sich diese Preise ändern können. Die hier genannten Werte entsprechen dem Stand des Immobilienmarktberichts 2025 (Berichtsjahr 2024). Aktuelle Angebote in den jeweiligen Stadtteilen finden Sie in unseren Immobilienangeboten.

Welche Nebenkosten fallen bei einer Wohnung in Wiesbaden an?

Der Kaufpreis oder die Kaltmiete allein sagt noch nichts über die tatsächlichen Wohnkosten aus. Nebenkosten können die monatliche Belastung erheblich erhöhen. Dabei ist zwischen den laufenden Betriebskosten bei Mietwohnungen und den einmaligen Kaufnebenkosten beim Erwerb einer Eigentumswohnung zu unterscheiden.

Betriebskosten bei Mietwohnungen

Die durchschnittlichen Nebenkosten in Wiesbaden liegen laut einem auf dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds basierenden Nebenkostenrechner bei 2,75 € pro Quadratmeter und Monat. Das sind rund 3 % mehr als der bundesweite Durchschnitt von 2,67 € und leicht über dem hessischen Durchschnitt von 2,74 €.

Die wesentlichen Kostenpositionen setzen sich wie folgt zusammen:

  • Heizung und Warmwasser: rund 1,32 € pro Quadratmeter und Monat

  • Wasser und Abwasser: etwa 0,24 bis 0,29 € pro Quadratmeter

  • Müllbeseitigung: rund 0,16 bis 0,23 € pro Quadratmeter

  • Weitere Posten wie Hausmeister, Straßenreinigung, Gebäudeversicherung und ggf. Gartenpflege

Heizung und Warmwasser stellen damit den größten Einzelposten dar. Wichtig zu wissen: Die tatsächliche Höhe der Nebenkosten hängt stark vom energetischen Zustand des Gebäudes, der Heizungsart und dem persönlichen Verbrauchsverhalten ab. In Altbauten ohne energetische Sanierung können die Heizkosten deutlich über dem Durchschnitt liegen. (Quelle: www.mein-nebenkostenrechner.de)

Beispielrechnung: Warmmiete für eine 70-m²-Wohnung

KostenartBetrag pro Monat
Nettokaltmiete (12,43 €/m²)870 €
Nebenkosten (2,75 €/m²)193 €
Warmmiete gesamtca. 1.062 €

In höherpreisigen Lagen mit Kaltmieten zwischen 13,50 € und 15,00 € pro Quadratmeter steigt die Warmmiete entsprechend auf über 1.200 € monatlich.

Kaufnebenkosten beim Erwerb einer Eigentumswohnung

Wer eine Wohnung kauft, muss neben dem Kaufpreis zusätzliche Kosten einplanen. In Hessen und damit auch in Wiesbaden fallen folgende Kaufnebenkosten an:

  • Grunderwerbsteuer: 6 % des Kaufpreises

  • Notar- und Grundbuchkosten: zusammen rund 1,5 bis 2 % des Kaufpreises

  • Maklerprovision: marktüblich rund 5,95 % des Kaufpreises, seit Ende 2020 beim Verkauf an Privatpersonen hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, d. h. rund 3 % für den Käufer

Beispielrechnung: Kaufnebenkosten bei 300.000 € Kaufpreis

KostenartBetrag
Grunderwerbsteuer (6 %)18.000 €
Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2 %)6.000 €
Käuferanteil Maklerprovision (ca. 3 %)8.925 €
Kaufnebenkosten gesamtca. 32.925 €

Das entspricht etwa 11 % des Kaufpreises. Je nach Ausgestaltung der Maklerprovision und Notarkosten ist in Hessen generell mit Kaufnebenkosten von rund 10 bis 13 % zu rechnen. Diese Kosten können in der Regel nicht mitfinanziert werden und müssen aus Eigenkapital gedeckt werden.

(Quellen: immowerthessen.de, immobilien-erfahrung.de)

Laufende Kosten für Eigentümer

Neben den einmaligen Kaufnebenkosten fallen für Eigentümer dauerhaft laufende Kosten an. Dazu gehören:

  • Hausgeld: Umfasst Betriebskosten, Instandhaltungsrücklage und Verwaltungskosten. Kann je nach Gebäude und Ausstattung durchaus 3 bis 4 € pro Quadratmeter und Monat erreichen.

  • Grundsteuer: Abhängig von Lage und Wohnfläche. Informationen zur Grundsteuer in Wiesbaden finden Sie in unserem gesonderten Ratgeber.

  • Instandhaltungskosten für Gemeinschafts- und Sondereigentum.

Wer die tatsächlichen Gesamtkosten einer Wohnung in Wiesbaden realistisch einschätzen möchte, muss diese laufenden Positionen bei der Finanzierungsplanung zwingend berücksichtigen.

Lohnt sich aktuell der Kauf oder die Miete für Sie in Wiesbaden?

Die Antwort hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Eigenkapital, geplante Wohndauer, Einkommenssituation und Risikobereitschaft spielen dabei eine zentrale Rolle. Dennoch lassen sich auf Basis der aktuellen Marktdaten einige klare Tendenzen ableiten.

Bruttomietrendite als Orientierungsgröße

Ein nützlicher Anhaltspunkt für Kaufinteressenten und Kapitalanleger ist die Bruttomietrendite. Sie setzt die Jahreskaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis.

An einem Beispiel erklärt: Eine 70-m²-Wohnung kostet bei einem Quadratmeterpreis von 4.200 € rund 294.000 €. Bei einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 12,43 € pro Quadratmeter ergibt sich eine monatliche Kaltmiete von rund 870 €, also etwa 10.440 € im Jahr. Die Bruttomietrendite liegt damit bei rund 3,6 %. Im oberen Mietsegment mit rund 13,50 € pro Quadratmeter steigt die Rendite auf knapp 4 %. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zum aktuellen Kaufpreisfaktor in Wiesbaden.

Im bundesweiten Vergleich gelten Bruttomietrenditen zwischen 3 % und 4 % in gefragten Großstadtlagen als typisch. Wiesbaden liegt mit diesen Werten im oberen Bereich dieses Spektrums. Hinzu kommt, dass Mietpreise zuletzt deutlich stärker gestiegen sind als Kaufpreise: Während die Nettokaltmieten im Jahresvergleich um rund 4,7 % zulegten, stiegen die Kaufpreise für Wohnungen kaum merklich. Das verbessert die Ertragslage für Bestandshalter und macht Wiesbaden für Kapitalanleger mit langfristigem Horizont weiterhin interessant.

Was spricht für den Kauf?

Für Eigennutzer gilt: Der Kauf lohnt sich vor allem dann, wenn ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, eine längere Verweildauer am Standort geplant ist und die monatliche Belastung aus Zins und Tilgung tragbar bleibt. Bei einem Beleihungszins von 3,5 % und einer Anfangstilgung von 2 % ergibt sich eine jährliche Annuität von 5,5 % des Darlehensbetrags. Bei der Beispielwohnung mit 294.000 € Kaufpreis entspräche das einer monatlichen Rate von rund 1.348 €, die die aktuelle Kaltmiete deutlich übersteigt. Ein wesentlicher Teil davon ist jedoch Tilgung und damit Vermögensaufbau.

Hinzu kommt die langfristige Perspektive: Nach Abschluss der Tilgung entfällt die Zinsbelastung vollständig, während Mieter weiterhin steigende Mieten zahlen. Für Wiesbaden werden mittelfristig moderate Preissteigerungen von etwa 2 bis 4 % pro Jahr erwartet, abhängig von Lage und Objektqualität.

Was spricht für die Miete?

Mieten bietet vor allem Flexibilität und ein geringeres finanzielles Risiko. Für Haushalte mit begrenztem Eigenkapital, unsicherer Lebensplanung oder dem Wunsch nach hoher Mobilität ist Mieten oft die naheliegendere Wahl. Wichtig zu wissen: Die Kaufnebenkosten von rund 10 bis 13 % des Kaufpreises müssen vollständig aus Eigenkapital gedeckt werden und erhöhen die Einstiegshürde erheblich.

Allerdings steigen die Mieten in Wiesbaden kontinuierlich. Bundesweite Prognosen gehen für Ballungsgebiete von Mietsteigerungen von rund 5 bis 6 % im Jahr 2026 aus. Wer langfristig in Wiesbaden wohnen möchte, sollte diesen Effekt bei seiner Entscheidung einbeziehen. Eine ausführliche Analyse zur Mietentwicklung in Wiesbaden finden Sie in unserem separaten Beitrag.

Energieeffizienz bei der Entscheidung nicht vergessen

Sowohl für Käufer als auch für Mieter gilt: Der Blick auf den Energieausweis lohnt sich. Energetisch schlechte Gebäude bringen für Käufer erhebliche Sanierungskosten mit sich. Für Mieter schlagen sie sich in höheren Heiz- und Nebenkosten nieder. Moderne, gut sanierte Wohnungen sind zwar teurer in der Anschaffung oder Miete, verursachen aber dauerhaft niedrigere laufende Kosten.

Fazit: Wiesbaden bleibt teuer, aber der Markt ist wieder planbar

Der Wohnungsmarkt in Wiesbaden hat sich nach einer turbulenten Korrekturphase wieder stabilisiert. Kaufpreise für Eigentumswohnungen bewegen sich aktuell im Bereich von etwa 4.000 € bis 4.500 € pro Quadratmeter, Häuser kosten im Mittel rund 4.500 € bis 4.750 €. Die Mieten steigen weiter: Durchschnittliche Nettokaltmieten liegen bei rund 12,40 € bis 13,60 € pro Quadratmeter, mit einem Jahresanstieg von knapp 5 %. Hinzu kommen Betriebskosten von rund 2,75 € pro Quadratmeter und monatliche Kaufnebenkosten von 10 bis 13 % beim Erwerb.

Ob Kauf oder Miete für Sie die richtige Entscheidung ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Jede Immobilie und jede Lebenslage ist individuell. Bei dieser Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle, die sich am besten im persönlichen Gespräch klären lassen.

Möchten Sie wissen, wie viel Ihre Immobilie in Wiesbaden aktuell wert ist? Gerne bieten wir Ihnen eine kostenlose Immobilienbewertung an. Die Volkmar Hoffmann Immobilien GmbH begleitet Eigentümer und Kaufinteressenten seit über 40 Jahren persönlich und verlässlich im Rhein-Main-Gebiet. Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenfreie Immobilienbewertung oder entdecken Sie unsere aktuellen Immobilienangebote in Wiesbaden und der Region.

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